Flöhe in 88qm Wohnung- Was kostete der Kammerjäger?

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Flöhe in 88qm Wohnung- Was kostete der Kammerjäger?

Beitragvon Michele » 14. Juli 2009, 23:01

Wie haben seit 2 Wochen viele kleine neue Mitbewohner in unserer 88qm Wohnung...da wir einen Hund haben, gehen wir davon aus dass es sich um Hundeflöhe handelt. Der Hund ist mittlerweile entfloht und nicht mehr in der Wohnung, aber die Flöhe fühlen sich auch ohne Hund wohl.
Wir saugen täglich, waschen alles Mögliche bei 60Grad, putzen, wischen,....haben die komplette Wohnung mit einem Spray von beaphar eingesprüht...zwei Tage Ruhe...dann waren die springenden Monster wieder da...nochmal das gleiche Spiel. Diesmal mit einem Fogger von beaphar...aber die Flöhe haben auch das überlebt.
Was können wir noch machen? Ist eine Behandlung mit einem Dampfreiniger sinnvoll?
Wir wollen nämlich unseren 1jährigen Sohn nicht gefährden. :(
Was würde ein Kammerjäger kosten? Und bekommt man eine FlohfreiGarantie?
(da wir noch Studenten sind wäre es schön eine Sicherheit zu haben, dass sich das Geld auch lohnt.)

Sonnige Grüße

Michele
Michele
 

Re: Flöhe in 88qm Wohnung- Was kostete der Kammerjäger?

Beitragvon Rüdiger » 16. Juli 2009, 00:14

Hallo Michelle,

an deinem Fall kann man gut erkennen, dass Schädlingsbekämpfung ein gewisses Grundwissen erforderlich macht, um Erfolg zu haben.

du kannst haüfig mit allen möglichen Mitteln vorgehen, wenn sie nicht richtig und/oder ausreichend eingesetzt werden, ist Scheitern vorprogrammiert und man zahlt im Endeffekt mehr als erforderlich.

Erstmal etwas zu deiner doch paradoxen Ansicht bzgl. deiner eigenen Vorgehenweise im Verhältnis zur Sicherheit deines 1jährigen Kindes.
Du sagst, du hast deine Wohnung mit zwei verschienen Mitteln komplett selbst eingesprüht...

Gleich darauf bezieht sich deine Bemerkung bzgl. der Gefährdung deines Sohnes auf eine eventuelle Arbeits eines Schädlingsbekämpfers.
Hast du bei deinem Handeln daran gedacht, dass du deinen Sohn mit deinen Mitteln mehr geschadet haben könntest, als es ein Fachman tut?

Ein Schädlingsbekämpfer macht deshalb eine Ausbildung, damit er (auch) in der Lage ist, örtliche Gegebenheiten beim betroffenen zu berücksichtigen. Du hast das offensichtlich nicht berücksichtigt. Soweit, so schlecht!

Flöhe haben die Eigenschaft, sich zu vermehren. Das bedeutet, dass höchstwahrscheinlich abgelegte Eier geschlüpft sind und nicht, dass vorhandene Flöhe überlebt hätten.
Flohbekämpfung ist ab einem entsprechenden Befallsausmaß ein Prozess und keine "machmalkurzwasundgutis"-Aktion.
Du musst bei so einer Bekämpfungsaktion den rückläufigen Befall "begleiten". Das geschieht dadurch, in dem 1, 2, 3 oder 4mal behandelt oder nachbehandelt wird, je nach Ursprungs-Befallsausmaß.
Es muss von Beginn an alle Stadien (Ei, Larve, Puppe, Imagines) berücksichtigt werden. Zudem die richtige Auswahl der einzusetzenden Mittel.
Denn die haben unterschiedliche Wirkungsweisen und machen auch aus, wie oft damit behandelt werden muss. Eben grad der Aspekt "Kinder" ist ein empfindliches Detail bei der ganzen Angelegenheit. Eben genau das, was du gemacht hast, macht ein prof. SBK nicht! Denn du hast flächendeckend chemische Insektizide gesprüht. Nur mal so am Rande...

Ein SBK hat verschiedene Möglichkeiten. Und vor allem, er spricht die gegebene Situation des Kunden mit ihm zusammen zuvor ab.
Kosten in SBK sind nicht mit einem Satz festzulegen wie der Preis eines "Dinges", wie als Beispiel einer Lampe. Die kostet meinetwegen 58,60. Fertig!
Der Preis in SBK setzt sich aus dem Befallsausmaß und den daraus erforderlichen Maßnahmen zusammen.
Das kann bei einer 88qm großen Wohnung..., na, schätzen wir mal zwischen 300 und 700 Euro kosten. Unterschiedliche Preiskalkulation verschiedener Firmen spielen auch eine Rolle. Die Firmen werden nicht mit von Kassen festgelegten Sätzen bezahlt.
Ebenso die Frage nach Garantie. Das ist in der SBK-Branche ein ziemlich unbeliebter Part. Ein wirklich prof. SBK könnte sich darauf evtl. einlassen.
Nur häufig entstehten Streitfragen, weil der Betroffene evtl. behauptet, sie wären nie weg gewesen, während der SBK behauptet, der Kunde hätte sie sich erneut eingeschleppt. Du verstehst, was ich meine...!?

Man kann im Übrigen schon mit insekziden Mitteln flächendeckend arbeiten, dann bekäme man die
Flöhe innerhalb kürzester zeit weg, allerdings ist dabei vom Betroffenen erforderlich, dass er sich ein bis zwei Nächte anderswo einquartiert. Oder zumindest das Kind.
Wie gesagt, es gibt mehrere Möglichkeiten, Tricks und Kniffels, wobei jeder (Betroffener und SBK) seinen Beitrag leisten muss.
Drei Dinge gehören zu einer Grundregel, die ich im übrigen aufgestellt habe:
Zufriedenheit des Kunden, Machbarkeit im technischen Ablauf (unter möglicher Mitwirkung des Kunden) und Bezahlbarkeit. Wenn Kunde und SBK in diesen 3 Punkten einen Nenner finden, ist der Rest nur noch Formsache. Voila!

Bei all dem angesprochenen sprech ich übrigens hauptsächlich für mich, nicht für unerfahrene SBKs. Denn ob wer 1 Jahr tätig ist oder schon zum alten Eisen in der Branche gehört, spielt in Sachen prof. Vorgehen eine Riesenrolle und das kann ich nicht beurteilen.

Rüdiger :mrgreen:
Rüdiger
 


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